Auf in die Irische See

Belfast, 4.7.2016. Nachdem Joachim fast eine Woche allein an Bord war, sind am Montagabend wir (Britta und Rolf) im Stadthafen von Belfast zugestiegen – endlich gibt es Schwarzbrot und einen aktuellen Spiegel, denn selbst das braune Brot ist hier auf den Inseln labberig oder zerbröselt schon beim Angucken und die Zeitungen berichten zwar täglich über den Brexit, aber man versteht auch nur die Hälfte.
ARIANE liegt im Abercom Basin im modernen Titanic Quarter,

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welches durch Appartements, Büros, Cafés, den Northern Sciencepark und die Titanic Studios belebt ist. Der ehemalige Schiffsbaustandort wird im glitzernden „Titanic-Belfast“ und durch die aufgepallte SS Nomadic belebt. Die gelben Kräne mit dem Insignien H & W auf dem Gelände werden „David & Goliath“ genannt und verweisen auf die ehemalige Funktion des Geländes, auf dem bei Harland and Wolff die TITANIC gebaut und am 2.4.1912 fertiggestellt wurde. Weil das 7,5 Millionen $ teure Schiff am 5. Tag seiner Jungfernfahrt durch die Kollision mit einem Eisberg am 15.4.1912 sank und über 1500 Tote zu verzeichnen hatte, ist es als größte Schiffskatastrophe in Friedenszeiten in die Geschichte eingegangen. Die Rettungsboote waren nur für knapp 1775 Reisende ausgelegt, an Bord waren aber 2224 Passagiere. 1914 wurden vor diesem Hintergrund die Internationale Konvention für Sicherheit des Lebens auf See (SOLAS) verabschiede. Unserer Rettungsinsel mit 6 Plätzen ist ein Ergebnis daraus: „Klopf – klopf – klopf“.
Am nächsten Tag haben wir uns zusammen mit der Nis Randers-Besatzung Belfast angeschaut. In der Zeitung gab es täglich news zum Thema „Bon-Fires“. Wir wurden Zeugen wie riesige Holzhaufen aus Paletten und anderen brennbaren Dingen aufgeschichtet wurden, die anlässlich der Erinnerung des Sieges des Protestanten King William of Orange über den Katholen King James II im “Battle of the Boyne“ in Irland 1690 am 12.7. angezündet werden sollen.
Im ULSTER-Museum haben wir uns eine Einzelausstellung des Malers GERARD DILLON (1916 – 71) angesehen, der als Autodidakt sehr unkonventionelle Gemälde gemacht hat. JOHN LUKE (1906 -75) und PAUL HENRY (1876 – 1958) waren weitere interessante Maler, die wir noch nicht kannten. Das Museum selbst kostet keinen Eintritt und hat eine moderne Dauerausstellung, die vom Dinosaurier über Ägyptische Mumien die Landesgeschichte und Umwelt sehr ansprechend darstellt.

Bangor, 6.7.2016. Heute sind wir von Belfast aus 10 SM den Belfast Lough runtergefahren.

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Es ist etwas nass von oben, aber als wir im County Down den Hafen von Bangor anlaufen klart es sich freundlicherweise auf. Die Marina ist nett und gut geschützt. Sie soll die größte Marina Irlands sein, was aber gar nicht so auffällt. Direkt nebenan ist ein kleiner Jahrmarkt, mit Karussell und Gedudel, an der Promenade gibt es kleine Gartenanlagen mit Blumen und Palmen. In den 1960er Jahren war Bangor die Tourismus-Hauptstadt. Die beiden Hauptstraßen liegen jeweils am Hügel, gerade hoch oder nach rechts. In der High Street kann man zwischen diversen Pubs, Nightclubs, Friseuren und Imbissbuden wählen, rechts zwischen Cafés, Lädchen und Shoppingcentern. Zwischen beiden liegt die Bangor Abbey auf dem Hügel, die am Dienstagnachmittag aber geschlossen ist. Im Mittelalter soll Bangor Ausbildungs-Zentrum gewesen sein, aber von den Wikingern zerstört worden sein.
Bei Mc Keown’s Fishmonger & Poulterer / Est. 1890 in der High Street besorgen wir uns Freshly Bagged Samphire Grass und frischen Aal für den Abend. Mit unseren Gästen von der Nis Randers (Iris und Roman) verspeisen wir diesen – der war richtig lecker!

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Portaferry, 7.7.2016. Heute starteten wir schon um 8:00h und segeln schön die Küste Richtung Ballyquintin runter,

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Nis Randers

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Wir segeln immer nur mit der Wind Selbsteueranlage-es ist schon langweilig.

da wir eine Verabredung am Eingang von Strangford Lough haben. Dort warten die Eddys und Overfalls schon auf uns.

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Die einzige Chance sie freundlich gelaunt anzutreffen ist eine gewisse Pünktlichkeit. Die Overfalls stehen als kleine Wellen am Flußeingang. Warum es wirklich nur mit der Tide möglich ist den Fluss hochzukommen wird klar, als wir den knapp meterhohen Schwell vor dem Tower sehen, der auf einem kleinen Felsen mitten im Fluss steht. Mit 11,2 Knoten Fahrt rauschen und schlingern wir durch die Eddys, die als Strudel das Wasser durchwühlen. Wir steuern den Hafen von Portaferry an, wo uns schon ein freundlicher Mann empfängt und beim Anlegen in der Strömung hilft. Ab 8.7. erwarten sie dort viele Gäste, da mehrere Regatten auf dem Lough stattfinden.

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Der Ort ist sehr urtümlich.

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Eine Uferstraße und eine Straße die den Hügel hinaufführt machen den Ort aus. Künstler haben die Fenster einiger leerstehender Häuser nett gestaltet. Gemeinsam betreiben sie eine Galerie, die schräg gegenüber des Hafens liegt – mit einem guten Angebot.

Douglas / Isle of Man, 8.7. – 12.7.2016. Heute stand der annähernd längste Tourn bevor – wir wollen zur Isle of Man segeln. Um 8:20h sind wir nach schnellem Frühstück von Portaferry mit ablaufendem Wasser durch die Eddys gedüst, die annähernd einen Meter runtergingen oder großflächig glattes Wasser und entsprechende Strömungen in Kreisen produzierten. Am North Channel wurden wir von einer schönen Brandung begrüßt und waren dann auch ganz wach. Die Überfahrt durch die Irische See verlief ohne Zwischenfälle, wir haben keine U-Boote in den Submarine Exercise Areas gesichtet, dafür aber Seevögel über Seevögel: Gannets (Basstölpel), Cormorants, Fulmars, Lesser Black-backed Gulls und Hering Gulls (Heringsmöwe) sowie die süßen Guillemots, die vor Ariane lieber schnell wegetaucht sind. Am Chickenrock sind wir zwischen Leuchtturm und Calf of Man, der südlichen Insel vor der Isle of Man durchgesegelt. Auf dem Leuchtturm standen drei Männer, aber leider konnten wir sie nicht mitnehmen, wir waren zu schnell in den hohen Wellen unterwegs. Diese wiederholten sich auch an Dreswick Point, so wie es auf der Seekarte (C62) auch eingezeichnet ist. Um kurz nach 17:00h machten wir dann in Douglas Harbour am Schwimmponton für Gäste fest.

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Nachts wurden wir entweder vom Lifeboat 47-032 geweckt, welches von der Slipanlage nebenan ins Wasser runterrauschte oder durch den Schwell des wendenden Katamarans.

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Wir hatten uns so daran gewöhnt, dass wir dann auch gar nicht mehr in den Stadthafen durch die Klappbrücke in den Stadthafen wollten. Als Nachbarn hatte wir zuerst einen kleinen Fischer und eine nette Jugendcrew mit 2 Ausbildern, die uns wegen des hohen Tidenhubs benötigten langen Wasserschlauch ausliehen. Douglas selbst ist eine schöne Seestadt, an der Promenade reihen sich die Hotels, von denen gefühlt jedes 6. Für länger geschlossen hat. Mit „Charles“ sind wir im Straßenbahnwagon parallel dazu durch den Nebel gezogen, der sich auch am nächsten Tag nur partiell lichtete.

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Interessanterweise war auf unserer Ecke immer wieder Sonne, sodass wir in den folgenden Tagen trotz Nebel immer wieder malen, rumwandern, Robin und Ravens beobachten konnten.

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Die Camera Obscura in der Nähe des Leuchtfeuers von Douglas wirft in 11 tollen Bildern ein schönes .

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2 Kommentare zu “Auf in die Irische See

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